Lagerkennzeichnung: So funktioniert die Regalbeschriftung

Lagerkennzeichnung ist die Grundlage für effiziente Lagerprozesse. Ob Regalplatzschilder, Bodenmarkierungen, Gangschilder oder Tragfähigkeitsschilder: Eine systematische Kennzeichnung kann dazu beitragen, dass Mitarbeiter Waren schnell finden, Fehler beim Ein- und Auslagern sinken und die Arbeitssicherheit steigt. Dieser Ratgeber erklärt die verschiedenen Arten der Lagerkennzeichnung, die gesetzlichen Pflichten und die praktische Umsetzung mit Checkliste.
Das Wichtigste in Kürze
- Was umfasst Lagerkennzeichnung? Sie umfasst alle Beschilderungen, Markierungen und Hinweise im Lager, von Regalplatzschildern über Bodenmarkierungen bis zu Gangschildern und Sicherheitszeichen.
- Warum ist Regalbeschriftung so wichtig? Die Regalbeschriftung macht Lagerplätze auf einen Blick identifizierbar und beschleunigt die Kommissionierung.
- Ist Lagerkennzeichnung Pflicht? Arbeitgeber sind nach ArbStättV und BetrSichV verpflichtet, Arbeitsstätten und Arbeitsmittel sicher zu betreiben und erforderliche Kennzeichnungen umzusetzen. Die DGUV Information 208-061 konkretisiert diese Anforderungen als anerkannte Handlungshilfe.
- Was fordert die DIN EN 15635? Ortsfeste Regale benötigen in der Regel Tragfähigkeitsschilder mit Angaben zu Fachlast und Feldlast in Kilogramm.
Was versteht man unter Lagerkennzeichnung?
Lagerkennzeichnung umfasst sämtliche Beschilderungen, Bezeichnungen und Hinweise in einem Lager. Sie dient der Orientierung, steigert die Effizienz bei der Kommissionierung und trägt zur Arbeitssicherheit bei. Dabei ist Lagerkennzeichnung kein einzelnes Produkt, sondern ein System aus verschiedenen Elementen, die zusammenwirken.
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Welche Normen und Vorschriften gelten für die Lagerkennzeichnung?
- DIN EN 15635 (Ortsfeste Regalsysteme aus Stahl: Anwendung und Wartung): Fordert Tragfähigkeitsschilder mit Angaben zu Fachlast und Feldlast in Kilogramm.
- DGUV Information 208-061 (Lagereinrichtungen und Ladungsträger): Ersetzt seit November 2023 die frühere DGUV Regel 108-007 und gibt praxisnahe Hinweise zur sicheren Nutzung von Lagereinrichtungen.
- ASR A1.3 (Sicherheitskennzeichnung): Regelt u. a. Bodenmarkierungen zur Kennzeichnung von Gefahrenbereichen und Verkehrswegen in Arbeitsstätten.
- BetrSichV (Betriebssicherheitsverordnung): Schreibt Prüfpflichten für Arbeitsmittel vor, einschließlich Regale und Lagereinrichtungen.
- ArbStättV (Arbeitsstättenverordnung): Bildet die allgemeine Grundlage für die Kennzeichnungspflicht in Arbeitsstätten.
Welche Arten der Lagerkennzeichnung gibt es?
Die Regalbeschriftung ist nur eine von mehreren Formen der Lagerkennzeichnung. Je nach Lagertyp und Anforderung kommen unterschiedliche Kennzeichnungsarten zum Einsatz.
- Regalbeschriftung und Regalplatzschilder: Identifizieren Lagerplätze durch Buchstaben-Nummern-Kombinationen, Barcodes und Farbcodes. Sie sind das zentrale Element der Lagerorganisation und ermöglichen eine schnelle Kommissionierung.
- Tragfähigkeitsschilder: Für viele Regale erforderlich. Die Ausgestaltung orientiert sich an DIN EN 15635 und DGUV Information 208-061. Sie geben Fachlast, Feldlast und gegebenenfalls die Gesamtlast in Kilogramm an. Bei handbeladenen Regalen mit geringen Lasten können im Einzelfall abweichende Anforderungen gelten.
- Bodenmarkierungen: Kennzeichnen Verkehrswege, Gefahrenzonen und Stellplätze. Gelb-schwarze Markierungen signalisieren nach ASR A1.3 dauerhafte Gefahrenbereiche.
- Gangschilder: Hängende Schilder aus PVC oder Metall zur Gangidentifikation. Sie verkürzen Orientierungszeiten, besonders in großen Lagern mit vielen Gängen.
- Etikettentaschen und Etikettenhalter: Transparente Kunststofftaschen, die sich mit Papiereinlegern nachfüllen lassen. Sie eignen sich für flexible Beschriftung bei wechselnden Lagerinhalten.
- Magnetkennzeichnung: Haftet auf ferromagnetischem Stahl und lässt sich ohne Rückstände repositionieren. Auf austenitischem Edelstahl oder nicht-metallischen Oberflächen funktioniert sie nicht.
- Multilevel-Etiketten: Bündeln Barcode-Informationen aller Regalebenen in einem Etikett. Sie sind speziell für Hochregallager konzipiert und können Fehlscans beim Scannen aus der Distanz reduzieren.
Typische Kennzeichnung nach Lagerbereich:
| Lagerbereich | Typische Kennzeichnung |
| Hochregallager | Multilevel-Etiketten, Gangschilder, Tragfähigkeitsschilder |
| Fachbodenlager | Regalplatzschilder, Etikettentaschen, Tragfähigkeitsschilder |
| Blocklager | Bodenmarkierungen, Stellplatzbeschriftungen |
| Kommissionierbereich | Farbcodierte Regalbeschriftung, Barcode-Etiketten |
| Gefahrstofflager | Gefahrstoffkennzeichnung (GHS/CLP), Bodenmarkierungen, Zugangsregelung |
Ist Lagerkennzeichnung Pflicht?
Ja, wesentliche Teile der Lagerkennzeichnung sind gesetzlich vorgeschrieben. Die Kennzeichnungspflichten ergeben sich aus der ArbStättV und der BetrSichV. Die DGUV Information 208-061 konkretisiert diese Anforderungen als anerkannte Handlungshilfe, begründet jedoch keine eigenständigen Rechtspflichten. Die Verantwortung liegt beim Arbeitgeber als Betreiber der Lagereinrichtungen.
Hinzu kommen regelmäßige Prüfpflichten: eine wöchentliche Sichtprüfung durch geschultes Personal und eine jährliche Expertenprüfung durch eine befähigte Person nach DIN EN 15635.
Konsequenzen bei fehlender Lagerkennzeichnung
Fehlende oder mangelhafte Lagerkennzeichnung kann verschiedene Konsequenzen nach sich ziehen:
- Ordnungswidrigkeiten: Verstöße können nach § 25 ArbSchG mit Bußgeldern geahndet werden. Je nach Verstoßkategorie sind Geldbußen bis 5.000 € oder bis 30.000 € möglich.
- Strafrecht: Bei vorsätzlicher oder wiederholter Zuwiderhandlung kann nach § 26 ArbSchG eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe verhängt werden.
- Haftungsrisiko: Kommt es durch fehlende Kennzeichnung zu einem Arbeitsunfall, kann der Arbeitgeber haftungsrechtlich zur Verantwortung gezogen werden.
- Nachbesserungsauflagen: Die Berufsgenossenschaften prüfen bei Betriebsbegehungen und setzen bei Mängeln Fristen zur Nachbesserung.
- Betriebsstilllegung: Bei gravierenden Sicherheitsmängeln können Behörden den Betrieb stilllegen, bis die Mängel behoben sind.
Wann muss die Lagerkennzeichnung erneuert werden?
Schilder, Markierungen und Etiketten unterliegen Verschleiß und müssen regelmäßig geprüft und bei Bedarf ersetzt werden.
- Bei Beschädigungen, Verblassung oder Unleserlichkeit sind Schilder sofort auszutauschen.
- Bei Änderungen der Lagerstruktur (Umbau, neue Regale, geänderte Belegung) muss die Kennzeichnung angepasst werden.
- Die jährliche Regalinspektion nach DIN EN 15635 umfasst auch die Prüfung der Kennzeichnung.
- Bei jeder Inspektion erfolgt eine Schadensklassifizierung: grün (weiter nutzen), orange (Reparatur in vier Wochen), rot (sofort sperren).
- Alle Prüfungen sind lückenlos zu dokumentieren.
Wie setze ich die Lagerkennzeichnung richtig um?
Die richtige Umsetzung entscheidet über die Wirksamkeit. Ein systematisches Vorgehen hat sich in der Praxis bewährt: Bestand aufnehmen, Nummernsystem planen, Material wählen, Kennzeichnung anbringen, Mitarbeiter schulen.
- Nummernsystem: Legen Sie ein einheitliches, alphanumerisches System fest. Ein bewährtes Format ist Regalzeile-Säule-Ebene, also beispielsweise A-01-03 für Regalzeile A, Säule 1, Ebene 3. Dieses System lässt sich in ein Lagerverwaltungssystem (WMS oder ERP) integrieren und über Barcodes oder QR-Codes auslesen.
- Farbcodierung: Farben beschleunigen die visuelle Orientierung. Sie können nach Lagerbereichen, Warengruppen oder nach einer ABC-Analyse zugeordnet werden. Wichtig ist Einheitlichkeit: Ein Farbsystem sollte im gesamten Lager konsistent angewendet werden.
- Erkennungsweite: Die erforderliche Schildgröße richtet sich nach der Erkennungsweite gemäß den Vorzugsgrößen in Tabelle 3 der ASR A1.3 – der Faktor variiert je nach Zeichentyp (Verbotszeichen, Warnzeichen, Rettungszeichen) erheblich.
- Barcode- und QR-Code-Integration: Barcodes und QR-Codes auf den Etiketten ermöglichen die direkte Anbindung an WMS- oder ERP-Systeme. Mitarbeiter scannen den Code und erhalten Lagerort, Produktdaten und Bestandsinformationen in Echtzeit. In Hochregallagern bieten sich Multilevel-Etiketten an, die Informationen aller Regalebenen bündeln.
- Material: Die Materialwahl hängt vom Einsatzort ab.
| Selbstklebend | Magnetisch | |
| Oberflächen | Glatte und leicht strukturierte Flächen | Nur ferromagnetischer Stahl |
| Flexibilität | Gering | Hoch (repositionierbar) |
| Haltbarkeit | Fest, aber Einweg | Wiederverwendbar |
| Temperatur | Breite Materialvielfalt | Kältebeständig (Tiefkühllager) |
| Kosten | Niedrigerer Einstiegspreis | Langfristig günstiger bei häufigen Änderungen |
Ergänzend eignen sich Schilder aus Kunststoff oder Aluminium für besonders beanspruchte Bereiche mit hoher mechanischer Belastung.
Checkliste für die Lagerkennzeichnung
- Bestandsaufnahme aller Lagerbereiche durchführen
- Einheitliches Nummernsystem festlegen und dokumentieren
- Materialien nach Einsatzort und Beanspruchung wählen
- Erkennungsweite und Schildgröße nach ASR A1.3 prüfen
- Tragfähigkeitsschilder nach DIN EN 15635 an den betreffenden Regalen anbringen
- Bodenmarkierungen nach ASR A1.3 für Verkehrswege aufbringen
- Mitarbeiter einweisen und Unterweisung dokumentieren
- Regelmäßige Prüfung einplanen (wöchentlich Sichtprüfung, jährlich Expertenprüfung)
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Häufige Fragen zur Lagerkennzeichnung
Was sind die häufigsten Fehler bei der Lagerkennzeichnung?
Zu den häufigsten Fehlern zählen uneinheitliche Nummernsysteme, die zu Verwechslungen führen, fehlende Tragfähigkeitsschilder an Regalen, zu kleine Schriftgrößen für die tatsächliche Leseentfernung und ausbleibende regelmäßige Prüfungen. Auch Bodenmarkierungen ohne einheitliches Farbsystem verursachen Orientierungsprobleme.
Muss die Lagerkennzeichnung mehrsprachig sein?
Nein, eine gesetzliche Pflicht zur Mehrsprachigkeit besteht nicht. Piktogramme nach DIN EN ISO 7010 sind bewusst sprachunabhängig gestaltet und international verständlich. Zusatztext in mehreren Sprachen ist nur bei komplexen Zusatzhinweisen sinnvoll, etwa bei Gefahrstoffen oder speziellen Verhaltensanweisungen.
Bildquellen:
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